Geeks anywhere? Nö, aber ich hätte n Nerd im Angebot.

Im sehr lesenswerten Buch- und Rosa-ist-NICHT-nur-für-Mädchen-und-Rot-NICHT-nur-für-Jungs-Blog von madamebooks bin ich vor einigen Tagen über die Blogparade der Geeksisters gestolpert. Ich bezeichne mich offen als Nerd und bin überrascht wenn ich noch ab und an Leute treffe, die diesen Ausdruck negativ besetzt sehen. Aber das juckt mich ehrlich gesagt nicht.
Simon Pegg und Joss Whedon sind nur die Spitze der Nerdkultur und ich finde es fantastisch, was sie und andere in den letzten Jahren geschaffen haben. Allein deswegen würde es mir nie in den Sinn kommen, meine Faszination an an sich unnützem Wissen oder Nischenkulturen aufzugeben. Hier also mein Bekenntnis zum Geektum:

1. Was macht Dich zum Geek?

Kannst Du programmieren, bist Du Trekkie, Star Wars Fan oder Filmfreak? Kannst Du Zurück in die Zukunft mitsprechen oder vertiefst Du Dich ohne Ende in die Bonsai-Zucht? Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wenn Du Dich als Geek verstehst, wirst Du Deine Gründe haben – und die wollen wir wissen.

Zwar kann ich auch programmieren (leidlich) und besitze durchaus Blind-Synchronsprecherqualitäten (Firefly anyone?), aber hauptsächlich würde ich mich doch über meine Begeisterungsfähigkeit als Geek oder Nerd bezeichnen. Eher noch als Nerd, als Geek empfinde ich eher die technisch-wissenschaftliche Variante, während der Nerd eher ins Verspielte geht. Aber da will ich keine unnötigen Zäune hochziehen.
Ich kann mich schlichtweg für extrem viele und gern auch abwegige Themen begeistern. Ist das Schloß von Hyrule in A Link To The Past wirklich nach einem historischen Vorbild gestaltet (ja ist es!), warum sieht Marty’s Freundin in Zurück in die Zukunft II anders aus als im ersten Film (andere Schauspielerin. Ok, das war zu leicht) und wann kommt endlich ein würdiger Nachfolger von Secret of Mana (NEVER! Sieh’s endlich ein….)?

2. Wie bist Du zum Geek geworden?

Sind Deine Eltern bereits absolute Freaks oder hat Dich eine Fernsehserie entscheidend geprägt? Hat Dich die PC-AG in der Schule auf den Pfad des Geektums geführt oder Deine Freunde aus der LAN-Gruppe?

Ich bin gerade noch mit einem SuperNintendo groß geworden und habe kurz darauf ein großes Interesse am PC entwickelt, allerdings eher  an Spielen, weniger am programmieren. Mit CSS & HTML tauge ich im CCC nicht mal als Türsteher, so what?
Im Freundeskreis gab es natürlich einige Gleichgesinnte, aber nach und nach verteilte sich das. Wäre ich in einer Großstadt aufgewachsen, wäre das vermutlich anders gelaufen. Den letzten Stoß hab ich vermutlich VOX und seinem spätnächtlichen Fernostbildungsprogramm (Asuka ist erst 14? Die wachsen aber schnell diese Japanerinnen…) zu verdanken. Die letzte Politur gabs dann durch Firefly, die Lektüre einiger Standardwerke (William Gibson, Philip K. Dick, Nick Hornby…) und schließlich die späte Rückkehr zur Spielkonsole. Seitdem steht das Super Nintendo frisch abgestaubt wieder auf seinem Ehrenplatz unter dem TV. Nein, Sony gabs damals nicht, also nicht ernsthaft!

3. Wie wirkt sich Dein Geektum auf Dein Leben aus?

Pflegst Du Deine geekigen Hobbys nur zuhause oder hast Du sie vielleicht sogar zum Beruf gemacht? Hast Du über einen geekigen Verein oder im Internet Deinen Partner kennengelernt oder hälst Du Dir nur eine Katze wegen der Katzenbilder im Netz?

Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration. Studium der Medientechnik auf BA. Schreibt mit fast 30 über Webcomics und Videospiele auf einem eigenen Blog. Ich denke mal schuldig in allen Punkten. Da hinten ist jemand nicht überzeugt? Ich hätte hier auch noch zwei Katzen…
Das Geektum und seine Entwicklung finde ich ungemein faszinierend. Für mich bedeutet es, die kindliche Freude behalten zu haben und sich nicht im alltäglichen Trott fangen zu lassen. Momentan ist es nicht ganz leicht, da Geek das neue Chic zu sein scheint, aber auch diese Phase werden wir sicher überstehen. Wir können dabei per Definition nur gewinnen.

Und bis es soweit ist bin ich zum Glück eingedeckt mit einem fast endlosen Vorrat verrückter Videospiele, genial-trashiger Filme, fantastischer unbekannter Miniserien und vielem mehr; alles Produkte von Menschen, die an die verrücktesten Ideen glauben. Zuletzt das Zitat eines klugen Mannes: „Früher haben wir Star Trek geschaut und waren neidisch auf die Computer mit Fingersteuerung, heute haben wir iPads.“ Danke an Gene Roddenberry (du alter Ideendieb 😉 ), Steve Jobs und Herrn B. aus E.


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5 Comments

  1. madamebooks Oktober 17, 2012 7:41 am  Antworten

    Oh, jetzt bloggt er auch noch! Schön, Dich hier zu sehen, und gleich mit so einem netten Eintrag. Und danke fürs Verlinken 🙂

    • alex Oktober 17, 2012 2:28 pm  Antworten

      Es war ja nun schon nicht erst seit gestern angekündigt. Und dein Kommentar letztens hat mich dann dazu gebracht das endlich alles mal in <> zu gießen 😉

  2. Sarah Oktober 17, 2012 2:05 pm  Antworten

    Ich glaube für die Verbreitung des Userinterfaces solltest du dich eher bei Stephen Spielberg ( http://www.imdb.com/title/tt0181689/ ) denn bei Steve Jobs bedanken. Nach dem Film arbeiteten so ziemlich alle grossen IT-Unternehmen daran, Apple waren dann nur die ersten, die ein Gerät damit herausbrachten. Andere beeinflusste: Nindendo mit Wii und Microsoft mit Kinetics.

    • alex Oktober 17, 2012 2:27 pm  Antworten

      Da hast du natürlich recht. Jobs hat meist wirklich ’nur‘ abgeschaut und klug zusammengesetzt. Und was Spielberg mit Minority Report geschaffen hat, ist für mich in einer Liga mit Scotts BladeRunner. Spielberg hat nicht umsonst eine große Zahl Wissenschaftler und Designer beauftragt Konzepte für seine Zukunfswelt zu gestalten. Dafür schätze ich den alten Mann auch ungemein.
      Ich hab mich hier nur für Jobs entschieden, da er in der Gadget-Welt diesbezüglich den Durchbruch brachte . Seine menschlichen Qualitäten oder die Politik seiner Firma, das ist eine ganz andere (Schund-)Geschichte.

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